It’s the communication, stupid!

Plädoyer für ein vernünftiges Kommunikationscontrolling in der Politik

Nach politischen Misserfolgen und vor allem nach verlorenen Wahlen ist die Hauptursache immer rasch gefunden. Der Stehsatz lautet sinngemäß: „Wir haben schlecht kommuniziert“. Volltreffer!

Kommunikation ist ein Kernprozess der politischen Arbeit, in manchen Phasen, vor allem in Wahlkämpfen, ist sie DER Kernprozess schlechthin. In der Managementlehre haben Prozessdesign und –modellierung längst ihren festen Platz gefunden. Und Unternehmen, die am freien Markt agieren und ihren Kernprozess derart vernachlässigen, wie das häufig im politischen Bereich feststellbar ist, verschwinden schnell wieder von der Bildfläche.

Lässt sich das auf die Kommunikationsprozesse in der Politik umlegen? Jedenfalls zu einem guten Teil lautet die Antwort darauf: Ja! Wer es in der politischen Kommunikation zu etwas gebracht hat, hat zuvor meist ein gutes Bauchgefühl in der Bewertung der Relevanz politischer Ereignisse für die Medien unter Beweis gestellt. Er ist ein Jongleur aktueller Themen und sein wichtigstes Werkzeug sind die Fingerspitzen. Aber damit endet der Auftrag an die politische Kommunikationsarbeit längst nicht.

Das Selbstbild politischer Verantwortungsträger und Parteien ist häufig Lichtjahre vom Fremdbild entfernt, das Medien von ihnen zeichnen. In unserer Arbeit haben wir noch nie Zahlen vorgelegt, die nicht überrascht haben. Die gute Nachricht ist: Wir haben diese Zahlen zu einem Zeitpunkt, an dem sich Schrauben noch drehen lassen. Politikmanagement by Meinungsumfragen hat, wenn man sich das überhaupt leisten kann, das Problem, stets mit einem manifestierten Meinungs- und Stimmungsbild konfrontiert zu sein, das nur mit enormem Aufwand korrigiert werden kann.

Ein effektives Kommunikationscontrolling bietet Einblick in den laufenden Meinungsbildungsprozess und erlaubt Intervention und Gestaltung.

Wer nicht weiß, wohin er will, für den ist es auch irrelevant, wenn er im Blindflug unterwegs ist. Jedenfalls kommt er schneller an jenem Punkt an, an dem er nur noch reagieren aber nicht mehr selbstbestimmt und souverän agieren kann. Wer den Medienmarkt, in dem er kommunikativ unterwegs ist, professionell und regelmäßig analysiert und evaluiert, bekommt rasch Klarheit über Handlungsfelder, die über das tagespolitische Geschäft hinausweisen.

Das Rad in der politischen Kommunikation dreht sich immer schneller. Der Kreislauf des Kommunikationscontrolling vollzieht sich in immer kürzeren Zyklen. Das macht Stress und verursacht Fehler – beides muss nicht sein.

Advertisements